Das möchte ich unbedingt noch mit euch teilen – einer der vielen Liveevents, im Park, für jeden, kostenlos, gute Stimmung, jeder bringt sich seine Sitzgelegenheit mit. Ähnliches gibt es auch als Open Air Kino Event.
Zehn Wochen Kanada - Impressionen und Infos
Das möchte ich unbedingt noch mit euch teilen – einer der vielen Liveevents, im Park, für jeden, kostenlos, gute Stimmung, jeder bringt sich seine Sitzgelegenheit mit. Ähnliches gibt es auch als Open Air Kino Event.
Am Besucherzentrum des 1000 Islands National Park habe ich den perfekten Platz gefunden, um an einem heißen, schwülen Tag ein wenig abzukühlen – ein Fels an der Spitze von Mallorytown Landing am St. Lawrence River bei windigem Wetter:
Die Zeit ist wie im Fluge vergangen:
Bevor ich dann am Abend hier nochmal zum Schwimmen zurückgekommen bin (immer noch recht windig und guter Wellengang), bin ich nochmal weiter den 1000 Islands Parkway gefahren und habe dieses gefunden:

Was man auf dem obigen Bild nicht so gut erkennt – hinter all diesen Plakaten standen Foodtrucks, sechs oder sieben. Ich war etwas spät dran, aber wie man sieht hatte sich besonders an einem Foodtruck eine Schlange gebildet („Winner“), während die anderen recht verwaist waren. Ich bin also bzgl. eines Abendessens fündig geworden und habe noch den letzten Klängen der Livemusik gelauscht. Die Stimmung war nicht so gut wie bei den Ambush, aber es war auch ein schwül-heißer Tag. Die Profis an den Grills taten mir echt leid und sie waren sichtbar froh, dass der Tag zu Ende ging. Und ich war froh, dass ich mich nochmal in die Fluten des St. Lawrence Rivers stürzen konnte…
Neben vieler Aktivitäten mache ich auch hier und da mal eine Besichtigung – auf das Kingston Pen hatte mich einer meiner Gastgeber aufmerksam gemacht.
Das Kingston Penitentiary ist ein Hochsicherheitsgefängnis, das bis 2013 noch im Betrieb war. Zu besuchen ist es nur mit Führung – ich habe zugegebener weise nicht alles verstanden und ich glaube manchmal war das auch ganz gut so, wenn ich mir die Gesichter der anderen Teilnehmer angesehen habe. Jedenfalls habe ich neue Worte gelernt – riots, inmates, … Teil der Führung sind Vorträge von verschiedenen ehemaligen Wärtern des Gefängnisses. Das macht es sehr plastisch. Es ist wie in einer anderen Zeit, aber doch erst 9 Jahre her.



Interessant auch die besondere Berücksichtigung der Kultur der First Nations, der kanadischen Ureinwohner, damit diese mit den Geistern in Verbindung treten können.

Und die Möglichkeit, dass Familien die Insassen für 72 Stunden im Jahr besuchen zu können – für ein gemeinsames Familienleben:

Die Thousand Islands im Übergang des Ontariosees in den Sankt-Lorenz-Strom, in der Grenzregion zwischen Kanada und den USA. Hier gibt es auf kanadischer Seite den Thousand Island Parkway mit einigen schönen Aussichtspunkten auf die Inseln und auch der Möglichkeit mit dem Schiff die Inseln und insbesondere auch Boldt Castle, einen neugotischen Palast auf der Heart Insel, zu besuchen.
Da ich jedoch bereits am Tag vorher die 1000Islands Tour auf einem Schiff gemacht hatte,
habe ich mich spontan entschlossen Boldt Castle mit dem Auto anzufahren.
Nun, Boldt Castle liegt in den USA. Ein Visa hatte ich nicht, aber eine kurze Internetrecherche hat ergeben, dass es durchaus möglich ist – und zwar mit dem I-94 Formular in Papierform. Also habe ich mich auf den Weg zur Grenze gemacht. Nach einer halben Stunde Anstehen an der Grenze habe ich tatsächlich meinen Reisepass vorzeigen können und wurde vom Grenzbeamten interviewet. Und dann natürlich gebeten heraus zu fahren, da ich ja kein Visa hatte. Den Reisepass hat er behalten. Am Grenzoffice musste ich auch noch meinen Fahrzeugschlüssel abgeben und dann erst mal im Wartebereich Platz nehmen. Es ging dann aber recht schnell (interessanterweise wurde ich gleich als eine der nächsten aufgerufen, wobei noch andere im Wartebereich waren…). Nach einem weiteren Interview mit einem sehr netten Grenzbeamten, dem Ausfüllen des Antrags habe ich meinen Einreisestempel bekommen und darf jetzt die nächsten 3 Monate jederzeit wiederkommen .

Mir hat das Spaß gemacht.
Und der Aufwand lohnt sich tatsächlich. Es ist ein Erlebnis über die großen und dann – Richtung Boldt Castle – auch über die kleinen Brücken zu fahren.

Das Feeling in US ist erstaunlicherweise auch gleich ein anderes. Ich habe an einem Golfplatz halt gemacht in der Nähe eines Yachthafens (die es auf den größeren Inseln überall gibt). Wo in Kanada eher Verbotsschilder gestanden hätten, fehlten diese hier. So konnte ich über die Stege zu einem Bootsverleih laufen. Auch war es einfach deutlich weniger besucht und entspannter.
Hier einfach mal ein paar Impressionen von Boldt Castle und der Fahrt zurück (das letzte Stück zur Insel selbst kommt man nur mit dem Boot):

Da Ontario (bzw. hier der Bundesstaat New York) weiterhin von einer Hitzewelle erfasst ist, bin ich dann zurück zum Yachthafen, wo ich mir ein Kajak ausgeliehen habe und die Jungs vom Bootsverleih gefragt habe, wo man am Besten schwimmen kann. Da dies aber vom Kajak auf nicht einfach ist und auch kein öffentlicher Strand in der Nähe war, haben sie mir kurzerhand angeboten, dass sie selbst mit einem ihrer pontoon boats mitzukommen und auch schwimmen zu gehen, so dass ich nach dem Schwimmen über das Boot wieder in das Kajak einsteigen konnte. Thank you very much!
Den Tag in US habe ich dann noch gemütlich ausklingen lassen:

Zurück bin ich dann im Sunset wieder über die Brücken gefahren, wunderschön, leider ohne Fotos, da ich meinen Führerschein ja noch brauche .
An der kanadischen Grenze war es dann recht leer. Aber auch hier war ich wohl nicht well-prepared. Das Covid Impfzertifikat muss vor der Einreise über die ArriveCAN App hochgeladen werden. Das hatte ich natürlich für meine Ankunft in Kanada gemacht. Das muss man aber für jede Einreise innerhalb von 72 Stunden vor der Einreise machen. Ups. Aber kein Problem. Ich hatte meine Impfzertifikate dabei und wiederum einen netten Grenzbeamten.
Lange nichts geschrieben, ich bin mittlerweile in Ottawa und die letzten Nächte wurde es schon recht spät und jetzt ist es auch schon wieder 11:15 p.m. Aber ich habe noch einige Themen für die nächsten Blogeinträge. Aber hier erstmal ein kleines Rätsel. Was mag dies wohl sein?

Natürlich war nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen… Hier also mal ein paar Sachen die nicht so gut gelaufen sind:



Der Rideau Canal ist Weltkulturerbe, wurde 1832 eröffnet und wird in jedem Reiseführer und jeder Top-Ten Liste für Ottawa erwähnt. Was ich etwas schwierig fand war, den besten Einstieg zu finden. Mit Google Maps bin ich irgendwo in der Mitte gelandet und wusste nicht wo am besten her gehen, auch die Links aus den Top Ten Listen fand ich nicht so hilfreich. Daher hier mal die Strecke, die ich gewählt habe und die mir (da sie von außen ins Stadtinnere führte), gut gefallen hat.

Geparkt habe ich am Dow’s Lake. Dies ist auch ein guter Punkt, wenn man sich ein Kajak oder ein SUP ausleihen und damit den Rideau Canal erkunden möchte – auf jeden Fall auch zum Paddeln empfehlenswert.
Und dann bin ich im den See und den Kanal entlang gegangen. Eine schöne Strecke und das Highlight liegt am Ende. Zurück kann man dann z.B. über die Parks den Weg variieren. Ungefähr auf halber Strecke liegt ein Bistro, das ich auch nur empfehlen kann. Hier ein paar Impressionen vom Weg am Abend und im Sonnenuntergang.



Für Ottawa stand im Reiseführer der Hinweis auf einen Flug mit dem Fesselballon. Dies wollte ich auch schon gerne in Deutschland machen, weiß von daher, dass es gar nicht einfach ist, daran zu kommen.
Aber aus einer Laune heraus (nachdem meine Unterkunft nicht berauschend war, ich meine Kontaktlinse zerbrochen hatte), habe ich mir gesagt, probiere es doch einfach mal.
Als erstes habe ich den Veranstalter angechattet und gefragt, ob es in den nächsten zwei Tagen noch einen freien Platz gibt. Gab es tatsächlich für Samstagabend und auch für Sonntagmorgen.
Beim Buchen habe ich dann auch noch gesehen, dass es über Groupon nochmal 20% vergünstigte Preise gibt – und, obwohl der Flug dreimal günstiger als in Deutschland ist, ist das noch immer eine schöne Ersparnis. Dies hat mich zwar nochmal einiges and Nerven, Chats und Zeit gekostet ☹ (diese vergünstigten Rabattaktionen brauchten eigentlich etwas mehr Zeit, die ich ja nicht hatte). Aber am Samstagmorgen hatte ich meinen Voucher.
Dann kamen nochmal Telefonate mit dem Veranstalter a) bis der Abgleich des Vouchers von Groupon im System war, b) ich meinen Flug buchen konnte, c) den Samstagflug bekommen habe, da dieser Online nicht mehr verfügbar war.
Und dann noch ein telefonisches Abchecken des Abflugortes und der Zeit, da dies von den Wetterbedingungen abhängig ist.
Aber dann auf zum Flughafen, einem kleinen Segelflughafen am Rande von Ottowa.
Hier habe ich meinen Mitflieger kennengelernt. Eine nette Freundinnentruppe, die bereits zum elften Mal einen Flugtermin gebucht haben. Die vorherigen Male wurde der Flug jeweils wieder abgesagt wegen ungünstiger Wetterbedingungen. Und ein älteres Ehepaar die 10 Jahre (!) lang versucht haben abzuheben und dabei 61 (!) Timeslots reserviert haben. Sie waren bereits 2 mal am Flughafen und der Flug wurde kurzfristig doch noch abgesagt. Und dann ist noch ein junges Pärchen mitgeflogen, dass ebenfalls im ersten Anlauf für den Flug war – so wie ich.
Es konnte also noch alles Mögliche passieren.
Als dann Ballon (im Anhänger) und Pilot vor Ort waren, wurden zuerst Versuchsheliumballons losgelassen. Der Wind war sehr schwach.
Die Entscheidung war dann erstmal, dass wir von einem anderen Ort losfliegen. Also alle rein in den Verfolgerbus und ein paar Minuten gefahren bis zu einem Feld einer Farm.
Und tatsächlich war dann die Entscheidung den Ballon auszupacken – ohne weitere Versuchsballons. Bereits hier habe ich schon einige Fotos und Filme gemacht.

Das Team bestand insgesamt aus 4 Leuten, 1 Pilot und 3 Leute im Verfolgerwagen. Diese hatten insbesondere die Aufgabe die Farmer zu fragen, ob der Ballon auf ihren Felder landen darf.
Und dann ging es – nach entsprechenden Sicherheitseinweisungen – tatsächlich los. Eine Mitfliegerin meinte, ich hätte ein goldenes Hufeisen auf der Schulter, da ich erst am Morgen gebucht habe und der Ballon tatsächlich abgehoben ist.
Hier eine Auswahl der Bilder.



Und jeder Flug ist einzigartig. Hier war die Herausforderung für den Piloten bei dem schwachen Wind einen geeigneten Landeplatz zu finden. Ist man nur vom Winde abhängig und kann so gut wie gar nicht selbst steuern, ist das gar nicht so einfach. Erstmal wird abgecheckt, in welchen Richtungen der Wind auf den verschiedenen Höhen weht – wir konnten dabei auch Blätter von den Bäumen pflücken.
Der erste Landeplatz (heißt eben auch: die Hunter/Verfolger haben die Farm gesucht, die Farmer angefragt, ob wir landen dürfen), hat nicht geklappt. Dadurch, dass wir so langsam unterwegs waren, war das nächste geeignete Gelände nicht so einfach zu finden. Ich würde nicht gerade sagen, dass der Pilot langsam nervös wurde, aber irgendwann hat er dann mal gesagt, er müsse sich jetzt konzentrieren und wir mögen ihn bitte nicht mehr ansprechen.
Wenn der Pilot dann den Landeplatz herausgesucht hat und ihn (in unserem Fall langsam) ansteuert, sieht man buchstäblich den Landeplatz vor lauter Bäumen nicht mehr und ist erstmal im Blindflug unterwegs.
Um es ein wenig abzukürzen (der Flug war wohl tatsächlich länger als geplant 😊): Wir sich glücklich gelandet ohne dass der Korb umgekippt wäre, haben auf unseren ersten Flug mit Champagner angestoßen (auch zusammen mit den Farmern, auf deren Land wir gelandet sind) und sind dann alle wieder gemeinsam mit dem Hunterkleinbus im Dunkeln zurück zum Flughafen gefahren. Die Stimmung im Bus war sehr ausgelassen 😊- bei allen, inklusive des Teams.



Das hier war riesiges Glück und ein unvergessliches Erlebnis.
Die bisher günstigste Unterkunft ist auch diejenige, die mir am besten gefällt: „Wolf Den Nature Reservat“, ein Hostel mit zusätzlichen kleinen Hütten. Ich habe ein kleines Zimmer, in dem eigentlich nur ein Bett steht. Der Rest ist Gemeinschaftseinrichtung, urgemütlich mit Küche, Essbereich und einer Lodge unter dem Dach. Ich habe mich gleich zu Hause gefühlt und hier viele gute Gespräche geführt. Mein Englisch ist mittlerweile so gut, dass ich auch tiefer gehende Gespräche führen oder auch einfach mal den Gesprächen der Kanadier lauschen kann.
Und nicht zu vergessen die Lagerfeuer an zwei Abenden, inklusive Sternenhimmel – umwerfend! – und Sternschnuppen.
Allerdings gibt es hier kein Wifi – alle Blogeinträge haben also ein paarTage lang geruht 😊

. 

Im Algonquin Provincial Park bin ich dann auf die Suche nach Elchen und Bären gegangen – bisher habe ich aber nur Biber, Otter, Schildkröten etc. gesehen – insbesondere bei meinen Kajak-Touren.
Aber bei der Fahrradtour war ich auch froh, keinen größeren Tieren begegnet zu sein .
In den ersten Wochen bin ich zugegebener weise nicht gewandert, weil a) das Wetter zu heiß und manchmal auch schwül war und b) Ontario eigentlich recht flach ist und das Wandern mir nicht besonders reizvoll erschien.
Ach doch – eine Wanderung habe ich gemacht und zwar am Niagara Glen, als ich mit dem Fahrrad von Niagara Falls zu Niagara on the Lake zurückgefahren bin. Hier muss man tatsächlich ein paar Meter überwinden und der Einstieg geht über eine Treppenturm, den man dann am Ende ebenfalls wieder erklimmen muss. Also dies kann ich als Teil der Fahrradtour durchaus empfehlen – so ca. 1 Stunde war ich hier unterwegs und musste mich danach ziemlich beeilen, dass Fahrrad noch pünktlich abzugeben.

Treppen zum Niagara Glen
Also meine erste Hiking Tour wollte ich auf Empfehlung eines Kanadiers machen, den ich im Algonquin Park getroffen habe. Der Trail war etwas weiter nördlich in Ontario in der Nähe von North Bay. Meine erste Erkenntnis: Die Komoot App, die ich auch zuhause benutze, hat auch Wandertouren in Kanada im Angebot. Insbesondere auch die GPS Navigation funktioniert tadellos.

Immerhin waren es 100 Höhenmeter, wenigsten etwas 😊.
Da das Wandernetz doch recht weitläufig war, war ich froh eine konkrete Route zu haben, der ich folgen konnte. Hier die offizielle Karte im Wandergebiet:

Alleine in einem unbekannten Waldgebiet zu wandern war etwas unheimlich. Den ersten Versuch habe ich auch abgebrochen – weil ich in der Ferne ein Gewitter gehört habe:

Gut, es war auch schon wieder schwül-warm und ich bin dann gerne zum See gefahren um an einem wunderbaren kleinen Strand zu schwimmen.

Aber zwei Tage später bin ich dann den gesamten Weg gegangen. Von der Tierwelt habe ich insbesondere ein Wespennest und Streifenhörnchen mitbekommen. Zum Glück keine Bären 😉.
Hier ein paar Bilder der Tour:


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